Und manchmal kommt es doch ganz anders

Es ist Donnerstag, der 16.08.18, 07:00 Uhr morgens.

Eigentlich sollte ich spätestens jetzt am Frankfurter Flughafen im Flieger Nr. KL 1762 nach Amsterdam sitzen. Dort wäre ich dann um 08:10 Uhr gelandet, hätte hoffentlich über den Transitweg zum richtigen Gate für meinen Anschlussflug gefunden, dort meine Mitfreiwilligen getroffen und diese freudig begrüßt und wäre dann um 10:00 Uhr zusammen mit ihnen in Richtung Quito, Ecuador gestartet. Während den knapp 12 Stunden Flug hätte ich Musik gehört, mich mit den anderen unterhalten, zwischendrin vielleicht mal durch meinen Ecuador-Reiseführer geblättert und die aufkommende Vorfreude genossen, aber sicherlich auch an den Abschied von meiner Familie und meinen Freunden gedacht und mich gefragt, wann ich realisiere, dass ich wirklich ein ganzes Jahr weg sein werde.

Nunja. Die Betonung liegt auf eigentlich.

Denn stattdessen liege ich zuhause in meinem Bett. Mit Fieber und einer Nasennebenhöhlenentzündung. Yay.

Bereits am Montag bin ich mit Fieber aufgewacht und als sich mein Zustand dann bis Mittwoch nicht verbessert hat, riefen meine Eltern und ich verzweifelt Heike, die Leiterin der Ecuador Connection, an, völlig unschlüssig, was wir jetzt genau tun sollen. Für sie war das allerdings ganz einfach: Mit Fieber und Antibiotika? So fliegst du nicht!
So stornierten wir dann unser Hotelzimmer in Frankfurt, in dem wir eigentlich von Mittwoch auf Donnerstag übernachtet hätten. Mein Flug wurde dank Heike auf nächste Woche Donnerstag, den 23.08.18 umgebucht, was zum Glück mit weniger Aufwand und geringeren Kosten als von uns erwartet möglich war, und ich? War ehrlich gesagt ziemlich froh, dass ich in meinem Zustand keine über 12 stündige Reise antreten musste, die ich eigentlich auch genießen und nicht nur mit Tabletten zugedröhnt hinter mich bringen wollte.

Warum ich genau jetzt, nur wenige Tage vor dem Beginn meiner großen Reise krank werden musste? Ich weiß es nicht.
Allerdings hat das Ganze auch seine guten Seiten:
Eigentlich wollte ich den ersten Beitrag über das 10 tätige Vorbereitungsseminar in Berlin verfassen und habe während diesem auch an der Website gearbeitet. Aber wie das dann so ist, hat man dann danach doch so viel anderes zu tun und ich wollte ehrlich gesagt auch die Zeit mit Freunden und Familie nutzen. Als der Blog dann fertig gestellt und ich voller Elan, anzufangen, war, lag das Seminar nur schon gut 4 Wochen zurück. Und ja, die, die mich kennen, wissen, dass ich gerne mal zu spät bin (sorry jetzt schon mal an alle), allerdings wollte ich meinen ersten Post dann doch etwas aktueller gestalten. Und während ich noch überlegte, worüber ich sonst schreiben könnte, oder ob ich den Blog offiziell lieber erst in Ecuador starten sollte, wurde ich dann krank, musste meine Ausreise verschieben und schwupps, jetzt habe ich immerhin eine Story (Über das Vorbereitungsseminar wird es aber wahrscheinlich trotzdem einen Blogpost geben).

Ich sehe echt noch bisschen neben der Spur aus 😀 Aber bis nächsten Donnerstag bin ich sicher wieder fit und sitze selbst im Flieger!

Außerdem konnte ich heute (mir geht es mittlerweile besser) meinen Zwillingsbruder und den Freund, mit dem er für ein Jahr nach Australien fliegt, um sich dort als work and traveller durchzuschlagen, zum Flughafen nach Düsseldorf begleiten und mich dann dort auch verabschieden. Das war schon echt ein komisches Gefühl, Tschüss für ein ganzes Jahr zu sagen und als der Flieger dann abgehoben ist, hatte nicht nur meine Mama Tränen in den Augen. Ich freue mich trotzdem total, weiß, dass das eine tolle Zeit für ihn wird und wünsche ihm das Allerbeste, auch wenn ich ihn natürlich vermissen werde!
Nun, den Düsseldorfer Flughafen werde ich nicht all zu lange vermissen müssen, denn ein weiterer positiver Punkt: Für nächsten Donnerstag gab es tatsächlich noch freie Plätze im Flieger von Düsseldorf nach Amsterdam, sodass wir nicht nach Frankfurt fahren müssen.

“In einer Woche bist du dran”, haben meine Eltern zu mir gesagt, als wir dem Flieger auf der Dachterrasse beim Start zugeschaut haben und ja, ich freue mich jetzt umso mehr auf meinen Start ins Abenteuer! Aber es ist natürlich trotzdem auch irgendwie schön, noch eine Woche länger hier zu sein. Es tun sich auf einmal ganz neue Möglichkeiten auf! Zwei gute Freundinnen von mir, die heute nach ihrer 3 wöchigen USA Reise wiederkommen, und von denen ich mich eigentlich schon verabschiedet hatte, kann ich noch mal sehen, bevor es losgeht. Ich kann meinen Koffer noch mal mit anwesendem Kopf packen und kontrollieren, ob ich nicht die Hälfte vergessen habe und ich kann bei einer Ferienfreizeit im Nachbarsdorf, bei der ich seit 12 Jahren, damals als Kind, mittlerweile als Betreuer, dabei bin, vorbei schauen. Meine Eltern sind ihre beiden Kinder nicht ganz auf einen Schlag los und ich kann meinen Blog doch noch vor meiner Ausreise online stellen.

Ja, manchmal kommt es dann doch ganz anders. Das ist vielleicht sogar eine gute Übung für Ecuador, denn auch dort wird sicherlich sehr oft etwas nicht nach Plan laufen.

Aber seien wir doch mal ehrlich: Das Leben wäre doch auch langweilig wenn doch, oder?

PS: Paula, Laura, Kristin, Lea, Elena und Antonia, falls ihr das lest: Euch schöne Tage in Ecuador, genießt die Zeit! (in der ich noch nicht da bin, um euch zu nerven haha)

5 Kommentare Füge deinen hinzu
  1. Hallo liebe Sarah,
    Danke 😉 dass ich als allererste das Kommentarfeld testen darf !!!!
    Freue mich schon riesig auf Deine weiteren Blog-Einträge …. vor allem die aus Ecuador…..
    Ganz liebe Grüße

  2. Hey Sarah‍♀️
    Ich freue mich jetzt schon auf die vielen Einträge. Wird sicherlich interessant dies zu verfolgen, freu mich und dir viel Spaß
    Deine Michi

    1. Micheeeelle, das freut mich, dass du mir noch mal schreibst! Konnten uns ja persönlich nicht mehr sehen leider. Ich hoffe doch, dass die Einträge halbwegs interessant werden, aber wenn ich weiß, dass mindestens einer sie liest, bin ich schon happy, ich geb mir ganz viel Mühe für dich 🙂 DIr und Sven alles Gute und einen guten Start in die Ausbildung!

  3. Hola Sarah:
    Yo también te estoy siguiendo y espero oír muchas noticias tuyas desde Ecuador. ¡Q t mejores rápidamente y q tengas un viaje bueno!
    Disfruta del tiempo en el extranjero y haz muchas experiencias. Te servirán en el futuro. Y sí, es la verdad, no hay un plan para todo…

    Muchísimos saludos

    Sra Powalla

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